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Gesprächsleitfaden

Information und Argumentation.

Der Markt für Ladesysteme für die Elektromobilität ist noch jung. Deshalb werden interessierte Kunden sicherlich viele Fragen haben. MENNEKES hat nachfolgend typische Fragen aus den Rubriken

■ Ladung und Ladearten
■ Ladestationen und Technik
■ Elektrofahrzeuge und Ladekabel
■ Energieversorgung

zusammengestellt und liefert Ihnen sofort die passenden Antworten dazu.

 

Was kostet Ladeinfrastruktur?

Dies wird sicherlich die am meisten gestellte Frage sein. Die Antwort: Es kommt darauf an, welche Ansprüche Sie bzw. Ihre Kunden stellen. Hier einige Faktoren, die zu berücksichtigen sind:


■ Wird die Ladestation im privaten oder halb-öffentlichen Bereich eingesetzt?
■ Benötigen Sie eine einzelne Ladestation oder eine vernetzte Ladeinfrastruktur mit E-Mobility Leitstand?
■ Welche Ladeleistung wird benötigt?
■ Wünschen Sie Autorisierungsfunktionen?
■ Wie komfortabel soll die Benutzerinformation sein?

Bei MENNEKES finden Sie die passende Lösung für jeden Anspruch. 
 

Typische Fragen Ihrer Kunden...                                                                                                                  ...und Ihre besten Argumente

Ladung / Ladearten

Welche Ladearten gibt es?

Man unterscheidet:
1. AC- / Wechselstromladung
    ■ Mittlerweile als Standard-Ladeart etabliert
    ■ Im Vergleich zu anderen Ladearten moderate Investitionskosten
    ■ Ladeleistungen von 3,7 bis 43,5 kW
2. DC- / Gleichstromladung
    ■ Ladegerät ist immer Teil der Ladestation und nicht Teil des Fahrzeugs.
    ■ Dadurch hohe Investitionen in die Ladeinfrastruktur.
    ■ DC Low-Ladung mit Typ 2 Steckvorrichtungen und Ladeleistungen bis 38 kW sowie
    ■ DC High-Ladung mit dem sogenannten „Combined Charging System“ bis 170 kW
3. Induktionsladung
    ■ Die Ladung erfolgt kontaktlos über Induktionsschleifen.
    ■ Erfordert hohe Investitionen.
    ■ Noch nicht marktreif für den Serieneinsatz.
4. Batteriewechsel
    ■ Fahrzeugakku wird an Wechselstationen gegen einen voll geladenen ausgetauscht.
    ■ Voraussetzung hierfür: Automobilhersteller müssten standardisierte
       Akkus an standardisierten Stellen im Fahrzeug einbauen.
    ■ Daher nur in geschlossenen Flotten zu realisieren.

Brauche ich wirklich mehr als
eine Steckdose SCHUKO®?

Der Ladevorgang von Elektrofahrzeugen dauert in der Regel mehrere Stunden. Auch die übertragene Leistung ist im Vergleich zu Haushaltsgeräten recht groß. Die Schutzkontaktsteckdose ist für eine solche vielfache und länger andauernde Übertragung von großen Leistungen nicht geeignet. Deshalb wurden entsprechend ausgelegte Ladesteckvorrichtungen genormt und entwickelt.

Gibt es bei der Ladung
mit SCHUKO® eine Strombegrenzung?

Verschiedene Mode 2 Ladeleitungen begrenzen den Strom auf 13 A, einige können dann weitergehend „downgraden“. Der Mindestladestrom ist auf 6A festgelegt.

Muss die Ladung SCHUKO®
nicht verriegelt sein?

Die Ladung SCHUKO® wird in der Norm als Mode 2 Ladung beschrieben. Für diese Ladung ist keine Verriegelung des Steckers SCHUKO® notwendig. Technisch nachteilig ist, dass ein Ziehen des Steckers SCHUKO® unter Last möglich ist.

Gibt es keine Möglichkeit an
der CEE Steckdose 16 A 5 p
oder 32 A 5 p zu laden?

Im Rahmen der Mode 2 Ladung ist dies möglich. Allerdings werden zurzeit keine oder nur wenige Mode 2 Ladekabel mit CEE 16 A, 5 p oder 32 A, 5 p angeboten.

Muss die Ladesteckdose
verriegelt sein?

Aus Sicherheitsgründen ist die Verriegelung nach IEC 62196-2 vorgeschrieben.

Wie gebe ich die Steckdose frei?

Es gibt verschiedenen Arten, wie man sich autorisieren kann. Hierzu zählen RFID-Karten, Schlüsseltaster, externe Signalgeber oder Freischaltung per SMS.

Wer oder was entscheidet über den Ladestrom
(13 A / 16 A oder 32 A)?

Durch die Ladeelektronik werden u.a. die Schutzeinrichtungen der Ladestation und die Verwendung des eingesteckten Ladekabels kontrolliert. In Abhängigkeit davon wird der max. mögliche Ladestrom von der Ladeelektronik vorgegeben. Der tatsächliche Ladestrom hängt auch von der Größe des Ladegeräts im Fahrzeug ab.

Wie wird die Ladung gestartet?

Durch das Stecken der Ladestecker und -kupplung und ggf. einer Autorisierung. Nach automatisch erfolgten Abfragen, Prüfungen sowie der Verriegelung der Steckvorrichtungen sowohl im Fahrzeug als auch in der Ladestation startet die Ladung.

Ist die Steckdose so sicher, dass Stromdiebstahl verhindert wird?

Für einige Einsatzorte wie Garagen und Carports im privaten Bereich geht man davon aus, dass Unbefugte keinen Zugang zu den Ladesystemen bekommen. Für andere Einsatzorte gibt es Zugangs- oder Autorisierungssysteme, die nur bestimmten Nutzern den Zugang gewähren.

Wer verriegelt den Stecker und startet die Ladung?

Auf der Infrastrukturseite wird dies von der Ladeelektronik durch einen Schaltbefehl an den Verriegelungsaktuator in der Ladesteckdose ausgelöst, auf der Autoseite ist die Fahrzeugelektronik zuständig.

Wie wird die Ladung gestoppt?

Üblicherweise befindet sich eine Stopptaste am Fahrzeugschlüssel. Einige Fahrzeuge besitzen auch einen separaten Stopptaster im Fahrzeuginnern.

Kann ich die Ladung jederzeit abbrechen?

Ja, hier gibt es keine Einschränkungen.

Wie lange sind die Ladezeiten?

Dies lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Ladedauer hängt von der Höhe des Ladestroms, von der Kapazität und dem Ladezustand der Fahrzeugbatterie ab. Nähere Informationen bitte bei dem jeweiligen Fahrzeug-Hersteller erfragen.

Wann gibt es flächendeckend Ladepunkte?

Die Ladeinfrastruktur wird seit 2008 sukzessive aufgebaut. Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreiber nutzen die Pilotprojekte, um Ladevorgang und Abrechnung praxisgerecht zu entwickeln. Deshalb wurden die meisten Ladepunkte im Rahmen der Pilotprojekte im öffentlichen Raum errichtet. Mit dem Markthochlauf und Beginn des Volumenmarktes wird sich die Verteilung grundlegend ändern. Die überwiegende Anzahl der Ladepunkte wird dann im privaten Bereich zu Hause sowie im sogenannten halb-öffentlichen Bereich wie in Parkhäusern und auf Parkplätzen – zum Beispiel auf Firmenparkplätzen, in Einkaufs-Zentren oder Hotels – errichtet werden.

Ladestationen / Technik

Was ist der Unterschied der Ladebetriebsarten Mode 1 bis 4?

Mode 1 steht für das Laden aus einer Haushalts- oder CEE-Steckdose bis maximal 16 A dreiphasig ohne Kommunikation mit dem Fahrzeug. Der Anschluss ans Energienetz erfolgt über eine handelsübliche genormte Steckvorrichtung, die über eine Fehlerstromschutzeinrichtung abgesichert sein muss.
Mode 2 steht für das Laden aus einer Steckdose bis maximal 32 A dreiphasig mit einer in das Kabel oder den wandseitigen Stecker integrierten Steuer- und Schutzfunktion.
Mode 3 steht für das Laden an Ladestationen mit einer speziellen Ladesteckvorrichtung gemäß IEC 61851. In der Ladestation sind FI-Schalter, Überstromschutz, Ladeelektronik sowie eine spezifische verriegelbare Ladesteckdose vorgeschrieben. Im Mode 3 kann das Fahrzeug mit bis zu 63 A dreiphasig geladen werden.
Mode 4 beschreibt das Laden an DC Gleichstrom-Ladestationen mit einer Ladeeinrichtung gemäß IEC 61851. Das Ladegerät ist fest in der Ladestation eingebaut.

Welche Zuleitung benötige ich für eine Ladestation?

Die Auslegung der Zuleitung ist abhängig von dem maximalen Ladestrom der Ladestation und der Länge der Zuleitung. Die Berechnung und Auslegung erfolgt vom Elektrofachmann.

Muss ein FI vorgeschaltet sein?

Jeder Ladepunkt muss entsprechend IEC 62196-2 auf der Infrastrukturseite einen eigenen Fehlerstromschutzschalter besitzen.

Muss der Allstromsensitive FI-Schalter sein?

Ja, laut DIN VDE Teil 722 ist immer dann, wenn nicht auszuschließen ist, dass es durch einen Verbraucher zu Gleichfehlerströmen kommen kann, ein allstromsensitiver Fehlerstromschutzschalter zwingend erforderlich.

Wie kommuniziert das Auto mit der Ladestation?

Ladestecker und Ladekupplung besitzen einen separaten Kontakt für die Übertragung der Kommunikationssignale (CP Kontakt).

Was bedeutet „PP“ und „CP“?

Der Proximity Pilot (PP) ist im Ladestecker über einen genormten Widerstand mit dem PE-Leiter verbunden. Hierüber kann die Ladeelektronik auslesen, für welche max. Stromstärke das Ladekabel geeignet ist. Der Control Pilot (CP) wird für die Kommunikation zwischen Ladestation und Fahrzeug benötigt. Z.B. wird über diesen Weg der Wert der max. Höhe der Stromstärke von der Ladeelektronik an das Fahrzeug übermittelt.

Was macht die CP Box?

Die CP Box übernimmt die Schutzleiterverbindung zum Fahrzeug, legt die max. Höhe des Ladestroms fest, überwacht den Ladevorgang und führt die Kommunikation mit dem Fahrzeug.

Was macht die Aktuatorsteuerung?

Die Aktuatorsteuerung von MENNEKES sorgt dafür, dass bei einem Stromausfall auf der Infrastrukturseite die Verriegelung des Steckers gelöst wird. Die Verriegelung auf der Fahrzeugseite bleibt bestehen.

Gibt es Vorgaben zum Sockel / Fundament für Ladesäulen?

MENNEKES bietet dem Kunden eine von einem Statiker berechnete Fundamentempfehlung sowie ein auf die Ladesäulen abgestimmtes Befestigungsset. Das Befestigungsset kann im Fundament eingebaut werden und erleichtert die Aufstellung der Ladesäule.

Elektrofahrzeuge / Ladekabel

Welche Fahrzeuge sind aktuell verfügbar?

Smart, Renault, Mitsubishi, Citroën, Peugeot, BMW, Tesla, VW, Daimler und Ford sind nur einige der heute am Markt auftretenden Hersteller von Elektrofahrzeugen. In den nächsten Jahren werden eine Vielzahl von weiteren Modellen auf dem Markt erwartet. Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein, bis 2030 werden es 10 Millionen Fahrzeuge sein und bis 2050 sogar 40 Millionen.

Wie groß ist die Reichweite des Fahrzeuges?

Das ist abhängig von der Kapazität der Batterie im Fahrzeug sowie dem Einsatz von Verbrauchern wie Radio, Licht, Klimaanlage, Scheibenwischer usw. Heutige Elektrofahrzeuge besitzen je nach Modell etwa 100 bis 500 km Reichweite.

Wann kann ich unterwegs nachladen?

Nachladen kann man die Fahrzeuge mit der heutigen Batterietechnologie jederzeit.

Was kann ich machen, wenn ich mit meinem Elektroauto nicht rechtzeitig zur nächsten Ladestation komme?

Das Mitführen eines Mode 2 Ladekabels ermöglicht das Nachladen an einer Haushalts- oder CEE-Steckdose. Dies dauert allerdings in den meisten Fällen deutlich länger als das Laden an einer Ladesteckdose nach IEC.

Wie verhält sich die Batteriekapazität bei kaltem Wetter?

Mit niedrigen Temperaturen sinkt die Kapazität der Fahrzeugbatterie. Weitere Informationen entnehmen Sie den Angaben des Fahrzeugherstellers.

Welchen Steckertyp haben die Elektroautos?

Auf der Fahrzeugseite werden aktuell die Steckertypen 1 und 2 eingesetzt. Die europäischen Automobilhersteller haben sich darauf geeinigt, dass ab 2017 nur noch Steckertyp 2 (MENNEKES Stecker) eingesetzt wird.

Welcher Ladestecker wird für das Laden an Ladesäulen benötigt.

Die EU-Kommission in Brüssel hat sich für ein europaweit einheitliches Ladesteckvorrichtungssystem für die Elektromobilität ausgesprochen: In dem am 24. Januar 2013 veröffentlichten Richtlinien-Vorschlag wurde der von MENNEKES entwickelte Typ 2 Ladestecker für den Einsatz in ganz Europa empfohlen. Dieser Vorschlag ist Teil eines Gesetzentwurfs zu einer weitreichenden EU-Kraftstoffstrategie, welcher jetzt in den europäischen Gremien behandelt werden muss.

Gibt es Adapter-Ladekabel von Typ 2 auf Typ 1?

Ja, diese gibt es, um z.B. von einer mit Typ 2 ausgestatteten Ladestation ein mit Typ 1 ausgestattetes Fahrzeug zu laden.

Hat jedes Elektroauto ein Ladekabel?

Nahezu alle Fahrzeuge haben ein passendes Ladekabel an Bord.

Wie lang sind die Ladekabel?

Aktuell haben die meisten Ladekabel eine Länge von ca. 4 bis 7,5 m. Dies ist nicht genormt und damit herstellerabhängig.

Kann ich dieses Ladekabel überall einstecken?

In Deutschland ist an allen öffentlichen, halb-öffentlichen und privaten Ladestationen die Steckdose vom Typ 2 eingesetzt, deshalb kann üblicherweise mit den beigelegten Ladekabeln überall geladen werden.

Kann mein Ladekabel wäh-
rend des (unbeaufsichtigten)
Ladevorgangs gestohlen werden?

Nein, da die Ladeleitung an beiden Seiten verriegelt wird und der Ladestecker und die Ladekupplung erst nach dem Beenden der Ladung durch den Fahrzeugführer am Auto gelöst werden können.

Kann ich bei Stromausfall während des Ladevorgangs das Ladekabel trotzdem abziehen?

Ja, an einem MENNEKES Ladesystem ist das möglich. Die Aktuatorsteuerung von MENNEKES sorgt dafür, dass bei einem Stromausfall auf der Infrastrukturseite die Verriegelung des Steckers gelöst wird. Die Verriegelung auf der Fahrzeugseite bleibt bestehen und kann ganz normal manuell vom Fahrzeugführer über die Stopp-Funktion entriegelt werden.

Müssen die Autos in der Stadt extra ein Geräusch erzeugen, damit sie gehört werden?

Nein, zurzeit noch nicht. Die leise Fortbewegung bringt in der Praxis besondere Gefahren für andere Verkehrsteilnehmer mit sich. Daher wird über eine elektronische Geräuscherzeugung aktuell diskutiert.

Gibt es finanzielle Förderung-
en für Privatpersonen beim Kauf eines E-Autos u. einer Ladestation?

Aktuell gibt es in Deutschland lediglich eine steuerliche Förderung beim Betrieb eines Elektrofahrzeugs.

Energieversorgung

Ist, solange der Strom nicht aus regenerativen Energiequellen gewonnen wird, ein Elektroauto Quatsch!

Ein Elektrofahrzeug kann die eingesetzte Energie viel effizienter nutzen als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Während des Betriebs werden keine Emissionen wie Feinstaub und CO2 ausgestoßen. Es empfiehlt sich natürlich, das Elektrofahrzeug mit aus regenerativen Energiequellen erzeugtem Strom zu laden.

Wer darf überhaupt die Energie verkaufen?

Energie (nach kWh) abrechnen dürfen nur Energieversorger im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes (dazu zählen nicht die Betreiber von Photovoltaikanlagen).

Wie kann die geladene Energie abgerechnet werden?

Der Aufwand zum Abrechnen der geladenen Energie ist recht groß. Die meisten Ladevorgänge werden heute pauschal über die Ladezeit abgerechnet. Einige Betreiber bieten den Ladestrom sogar kostenlos an.

Müssen Energiezähler in den Ladestationen beglaubigte sein?

Die in den Säulen eingebauten Energiezähler sind für den Betreiber für die Energieverbrauchskontrolle wichtig. Die Zähler in den MENNEKES Ladesystemen sind geeicht.

Gibt es Sondertarife der Energieversorger beim privaten Laden zu Hause?

Abhänging vom Anbieter gibt es zum Teil spezielle Tarife hierfür. Die Tarifmodelle werden sich mit zunehmender Verbreitung der Elektromobilität entwickeln.

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