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THG-Quote verkaufen

THG-Quote für Ihr Elektroauto verkaufen

Die wichtigsten Fakten zum THG-Quotenhandel

Deutschland will bis 2045 klimaneutral werden und muss dafür seinen CO2-Ausstoß senken. Dabei setzt die Bundesregierung auf viele unterschiedliche Maßnahmen – zum Beispiel die CO2-Abgabe auf fossile Kraftstoffe und die Förderung von Elektroautos. Sie erzeugen deutlich weniger Treibhausgase als Benziner oder Diesel, sparen jede Menge CO2 ein und sind damit mittlerweile auch für Mineralölunternehmen sehr interessant.

Diese Unternehmen müssen nämlich seit 2015 eine Quote für CO2-Einsparungen erfüllen, besser bekannt als Treibhausminderungsquote (THG-Quote). Seit letztem Jahr können sie dafür auch THG-Quoten von Elektroautos kaufen und sich anrechnen lassen. Die Fahrzeughalter bekommen dafür eine Prämie von mehreren Hundert Euro pro Jahr.

Was ist die THG-Quote?

Die Treibhausgasminderungsquote, kurz THG-Quote, legt fest, um wie viel Prozent Mineralölunternehmen ihren CO2-Ausstoß durch fossile Kraftstoffe senken müssen. Derzeit beträgt die THG-Quote acht Prozent und wird bis 2030 auf 25 Prozent steigen. Geregelt ist das im Bundes-Immissionsschutzgesetz (§ 37a BImSchG).

Mineralölunternehmen haben verschiedene Möglichkeiten, ihre THG-Quote zu erfüllen und damit Strafzahlungen von 600 Euro pro überschrittener Tonne CO2 zu vermeiden. Sie können beispielsweise mehr Biokraftstoff verkaufen, Biokraftstoff zu Diesel oder Benzin beimischen oder Verschmutzungsrechte von anderen Unternehmen kaufen.

Bisher haben vor allem Energieversorger vom THG-Quotenhandel profitiert, aber auch Betreiber von öffentlichen Ladesäulen verkaufen schon seit Jahren ihre Emissionszertifikate an die Mineralölunternehmen. Seit Anfang 2022 können endlich auch E-Fahrzeug-Halter beim THG-Quotenhandel mitmischen.

Wer bekommt die THG-Prämie?

Die Definition von Ladepunkten wird mittlerweile so weit gefasst, dass praktisch alle Halter und Halterinnen von reinen Elektroautos, E-Bussen, E-Transportern, elektrischen Motorrädern und bestimmten E-Rollern ihre THG-Quote verkaufen können. Das beinhaltet Privatpersonen, Unternehmen, Selbstständige und öffentliche Einrichtungen.

Das Fahrzeug muss lediglich zugelassen sein. Es ist unerheblich, ob das Fahrzeug gekauft, finanziert oder geleast ist, wie viele Kilometer damit gefahren wurden oder ob mit Ökostrom geladen wurde. Ausgeschlossen sind Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge und Hybridautos, da sie auch mit fossilen Kraftstoffen betankt werden können.

Die THG-Quote wird pauschal pro E-Fahrzeug berechnet. Das Bundesumweltministerium schätzt dazu den durchschnittlichen Stromverbrauch und ermittelt die durchschnittlichen Treibhausgasemissionen der Stromproduktion im Vorjahr. Die CO2-Einsparungen im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren können dann verkauft werden.

Für das Jahr 2022 schätzte das Bundesumweltministerium den Ladestrom pro E-Auto auf 2000 Kilowattstunden und setzte eine Treibhausgas-Emission von 1028,16 Kilogramm CO2-Äquivalent pro E-Auto an. Im Jahr 2023 beträgt der THG-Wert 1166,4 Kilogramm CO2-Äquivalent, da die Stromproduktion zuletzt wieder "schmutziger" wurde. Stichwort: Energiekrise. Der russische Angriff auf die Ukraine und die Gaspreis-Explosion haben dazu geführt, dass wieder vermehrt fossile Brennstoffe wie Kohle genutzt werden.

THG-Quote verkaufen – Wie geht das?

Das Umweltbundesamt prüft und zertifiziert auf Antrag die Emissionsminderung eines Elektroautos. Dazu muss der Fahrzeughalter bis zum 28. Februar des Folgejahres den Fahrzeugschein, also die Zulassungsbescheinigung Teil 1, vorlegen. Das ausgestellte Emissionszertifikat bzw. die THG-Quote kann – muss aber nicht – verkauft werden. Was nicht verkauft wird, fällt an den Bund und darf von ihm versteigert werden.

Mineralölunternehmen möchten sich den Aufwand sparen, THG-Quoten selbst zu kaufen.

Deshalb gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Dienstleistern, die THG-Quoten zu Paketen bündeln und an die Mineralölunternehmen verkaufen. Diese Dienstleister können Stromanbieter, Versicherer, Automobilclubs oder Unternehmen sein, die sich auf den Handel mit Emissionszertifikaten spezialisiert haben.

Pro Fahrzeug und Jahr ist nur eine Meldung möglich – auch bei Eigentümerwechsel. In der Regel reicht es, einen Scan oder ein Foto des Fahrzeugscheins auf der Website des Dienstleisters hochzuladen. Der Dienstleister kümmert sich dann um den Rest und zahlt nach Abzug einer Provision eine Prämie von 200 bis 400 Euro aus. Im Jahr 2023 wird diese Prämie aufgrund der aktuellen Lage auf den Energiemärkten wahrscheinlich niedriger ausfallen.

Muss man die THG-Prämie versteuern?

Wenn die THG-Prämie für ein privates Fahrzeug ausgezahlt wird, ist sie steuerfrei und muss nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Wenn das Fahrzeug aber zum Betriebsvermögen eines Unternehmens gehört, wird die Prämie ganz regulär als Betriebseinnahme versteuert.

Gibt es Nachteile, wenn man seine THG-Quote verkauft?

Es ist einfach, Geld mit dem Verkauf der THG-Quote zu verdienen. Trotzdem gibt es laut dem ADAC einige Dinge, die man bedenken sollte: Manche Dienstleister zahlen erst nach einigen Monaten oder sie geben erst gar keine Auszahlungsgarantie. Sie behalten sich das Recht vor, übertragene THG-Quoten nicht zu verkaufen und daher auch keine Prämie zu zahlen.

Mit der THG-Prämie die Wallbox finanzieren

Seit August 2022 können auch Wallboxen von Unternehmen, Großvermietern, Einzelhändlern, Restaurants oder Hotels – unter klar definierten Umständen eine THG-Prämie erhalten. Z. B. muss dafür die Wallbox oder Ladesäule so aufgestellt sein, dass sie nach der Ladesäulenverordnung (LSV) als öffentlicher Ladepunkt genutzt werden kann. Was darunter zu verstehen ist und weitere Bedingungen, hat die Bundesnetzagentur im September 2022 definiert: Die Wallbox muss nicht zu jeder Zeit öffentlich zugänglich sein, aber nur einige wenige Minuten pro Tag genügen auch nicht. Zudem gibt es technische Mindestanforderungen. Darunter fallen beispielsweise eine standardisierte Datenschnittstelle und die Möglichkeit einer punktuellen Aufladung. Die Aufladung muss entweder kostenlos, durch Barzahlung oder mittels eines gemeinsamen kartenbasierten Zahlungssystems oder eines gemeinsamen webbasierten Systems (auch App) erfolgen.

Nach der Installation registriert der Besitzer oder ein beauftragter Dienstleister die Wallbox bei der Bundesnetzagentur für eine Aufnahme ins Ladesäulenregister. Mit der offiziellen Betreibernummer kann die THG-Quote beantragt werden. Dazu werden die erfassten Strommengen in regelmäßigen Abständen an das Umweltbundesamt übermittelt. Dieses überprüft die Daten und stellt die entsprechenden Bescheinigungen aus, anhand derer die Dienstleister die THG-Prämie auszahlen.

Anders als bei Elektroautos gibt es also nicht pro Fahrzeug eine THG-Prämie, sondern für die geladenen Kilowattstunden Ladestrom. Die Höhe der THG-Prämie variiert je nach Dienstleister zwischen 10 und 20 Cent pro Kilowattstunde. Und: Wird zusätzlich eigener Strom aus erneuerbaren Energien – zum Beispiel über eine eigene Photovoltaik-Anlage – verwendet, sind Prämien zwischen 20 und 40 Cent möglich.

Je mehr CO2 durch die Bereitstellung einer Ladeinfrastruktur eingespart wird, desto höher ist das Verdienstpotenzial mit der THG-Quote. Vor allem Gewerbetreibende können damit ihre Wallboxen und Ladesäulen (re)finanzieren. Doch auch ohne THG-Prämie lohnt sich eine Ladestation, um ein Elektroauto zu Hause zu laden allemal. Sie bringt mehr Leistung und bietet mehr Sicherheit und Komfort als eine normale Steckdose.